Geistliches Wort für April / Mai 2026



Schulze Christus spricht: Ich habe für dich gebeten,
dass dein Glaube nicht aufhöre!
Lukas 22,32



Liebe Glieder und Freunde der St. Mariengemeinde!

Was die Jünger mit ihrem Herrn erleben, das schüttelt sie mit ihrer Lebensplanung und ihren Gefühlen gehörig durcheinander. Zunächst verlassen sie auf seinen Ruf hin Arbeit und Familien, um mit ihm zu ziehen und zu lernen, was Gottes Liebe und sein Wille für uns ist. Dann erleben sie viele wunderbare Dinge bei ihm. Das bestätigt sie in ihrer Treue als Jünger. Doch die Anfeindungen durch die Schriftgelehrten und führenden Geistlichen, die ihre Autorität gefährdet sehen, werden immer mehr. Aber Jesus bleibt denen keine Antwort schuldig.

Und er zeigt ihnen Gott, als den himmlischen Vater, so wie sie ihn zuvor nicht gekannt hatten: Einerseits radikal in seinem Anspruch auf Gehorsam, wie kein Mensch dem nachkommen kann. Aber dann doch von unendlicher Barmherzigkeit dem gegenüber, der zu ihm kommt und ihn um Hilfe und Vergebung bittet.

All das bestätigt sie in ihrer Ahnung, dass sie es nicht nur mit einem ungewöhnlichen Menschen zu tun haben, sondern gar mit dem angekündigten Retter und Messias, ja irgendwie mit Gott selber.

Manchmal blitzt diese Erkenntnis kurz auf, etwa wie bei Petrus, um aber gleich wieder zu verlöschen, als Jesus deutlich macht, dass ihn sein Auftrag von Gott nicht mit Glanz und Gloria in Tempel oder Palast führt, sondern direkt ins Leiden und Sterben.

Und dann, im Palast des Hohenpriesters, wo man Petrus wiedererkannte und er daraufhin mit seiner Überzeugung und seinem großspurigen Bekennermut einknickte, - ob er sich da noch an das erinnerte, was ihm Jesus bei der letzten Leidensankündigung gesagt hatte:

»Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre!« ?

Als danach der Hahn krähte, erschrak Petrus über sich, und die Verzweiflung über den Verrat an seinem Freund trieb ihm die Tränen in die Augen. Er sah ihn und seine Beziehung als verloren
an.

Aber Jesus gibt den Versager und Verleugner nicht auf. Das berichtet uns Johannes: Wie der Auferstandene den Jüngern begegnet, auf Petrus zugeht und dessen Vertrauen und Glauben wieder aufbaut - mit einer einzigen Frage: »Simon, hast du mich lieb?«

Auch den Zweifler Thomas lässt Jesus nicht auflaufen oder gar fallen, obwohl der nun noch Beweise für die Auferstehung sehen will, sondern er geht auf ihn ein und fordert ihn auf, ihm doch endlich zu vertrauen.

Gut, dass wir mit unseren Fragen zu ihm kommen dürfen im Vertrauen, dass unser Glaube bei ihm in guten Händen ist und er uns hält.

Ein fröhliches und gesegnetes Osterfest, auch im Namen von Pfarrer Markus Büttner
Eurer/Ihr Pfarrer Christoph Schulze