Geistliches Wort für Dezember 2019 / Januar 2020


Markus BuettnerWer ist unter euch, der den Herrn fürchtet,
der auf die Stimme seines Knechts hört?
Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint,
der hoffe auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott!
Jesaja 50,10

Mancher tappt bei der Suche nach den passenden Geschenken noch bis kurz vor dem Weihnachtsfest im Dunkeln. Gesucht wird in Geschäften vor Ort und in Online-Versandhäusern. Zur Jagd nach den Geschenken gesellen sich jedes Jahr unzählige Termine und Verpflichtungen. Diese Zeit scheint mehr Stress zu verursachen als zur Besinnung einzuladen. Der Monatsspruch für Dezember führt zum Kern dieser besonders geprägten Zeit.

Besonders von Jesaja angesprochen sind diejenigen, die auf der Suche nach Gott sind. Gott zu suchen und nach ihm zu fragen, ist der Anfang. Wenigen kommt heute jedoch die Frage nach Gott in den Sinn. Gott ist weithin vergessen – auch in der Weihnachtszeit. Weihnachten ist ein Fest des Kommerzes geworden. Rudolf das Rentier und bunt blinkende Lichterketten schmücken Wohnungen und Innenstädte. Das Lied von der Weihnachtsbäckerei erklingt bei Betriebsweihnachtsfeiern. Im Radio wird das Lied, Last Christmas I gave you my heart – Letzte Weihnacht habe ich dir mein Herz geschenkt – gespielt.  Weihnachtsansprachen aus Politik und Wirtschaft wird es wie alle Jahre wieder geben.

Aus diesem Stimmengewirr gilt es die eine Stimme des Gottesknechtes herauszuhören. Mit dem Knecht Gottes ist der gemeint, dessen Geburt wir am Weihnachtstag feiern: Jesus Christus. Jesaja weissagt schon Jahrhunderte vor dem Ereignis von Bethlehem durch die Knecht-Gottes-Lieder auf den hin, der in einem Stall zu Bethlehem geboren und am Kreuz sterben werden wird. Gottes Sohn begibt sich in die Dunkelheit der Angst und Panik, der Finsternis der Einsamkeit und Verlorenheit, der Nacht der Sünde und Orientierungslosigkeit.

Ohne Licht kein Leben. Das, was für alle Lebewesen gilt, gilt auch für den von Leid zerrissenen Menschen. Ohne Jesus Christus als das Licht der Welt gibt es kein Leben. Erst unter dieser Gnadensonne wird das Leben hell. Es scheint unübersehbar in der Finsternis. Es leuchtet gerade auch für die, die von Leid geplagt, von Krankheit gezeichnet, von Angst verunsichert, von Einsamkeit bedrückt sind. Wer das Leben sucht, der findet es im Kind in der Krippe. Denn dieser ohnmächtige Säugling ist doch der mächtige Herr Himmels und der Erde. Er ist das ewige Wort, der wirklich Mensch geworden ist. Durch seine Menschwerdung hat er sich solidarisch an die Seite der verlorenen Menschen gestellt, damit er die von Leid zerrissene Welt und die nach Erlösung schreiende, gebrochene Erde rettet. Aus sich selbst heraus vermag sie es nicht, kann auch nicht an der eigenen Rettung mitwirken. Ganz angewiesen ist der Mensch auf den Erlöser Jesus Christus, der als das Licht der Welt in einem Stall zu Bethlehem das Licht der Welt erblickt.

Wer wie die Hirten auf den Feldern vor Bethlehem noch im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, bei dem soll es durch die Verkündigung lichter Tag werden. Denn diese heilige Nacht wird zum heiligen Tag, weil der Heiland der Welt geboren ist, welcher ist Christus, der Herr. Wo Gottes helle und klare Welt in die dunkle und verlorene Welt eintritt, wird es Licht. Die Finsternis vermag dieses Licht nicht zurückzudrängen. Das Licht der Welt ist in der Welt. Dieses Licht wird mit den Augen des Glaubens gesehen. Weil es deutlich durch das Wort und die Sakramente weithin sichtbar ist, hat es mitten in der Finsternis einen festen Anhaltspunkt, der gleichsam wie ein Leuchtturm den Weg durch diese Zeit in die Ewigkeit weist.

Wer noch im Finstern lebt und wem kein Licht scheint, dem soll in diesen Tagen nicht nur ein Licht, sondern das Licht aufgehen. Ich bin das Licht der Welt wird Jesus Christus über sich selbst sagen. Damit ist zwar noch nicht die Dunkelheit des Leides, die Finsternis des Zweifels, die Schatten der Sünde end- und letztgültig überwunden, aber das Licht des Lebens ist in der Welt. Gerade dann, wenn die Anfechtungen einen zu zerreißen drohen, die Fragen quälend sind, die Schuld übergroß erscheint, gilt es, auf den Namen des Herrn zu hoffen und sich auf Gott zu verlassen. Es ist kein unbekannter Name: Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will euer Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. (Gesangbuch Nr. 16,3) Weil der Name, auf den wir unsere ganze Hoffnung setzen, uns bekannt ist, hofft ein Christ nicht ins Ungewisse hinein, sondern seine Hoffnung setzt er auf das Kind in der Krippe, der als Schmerzensmann am Kreuz auf Golgatha von allen Sünden rein macht. Wir können uns auf Gott verlassen, weil er sein Wort hält, und das, was er zusichert, auch geschieht. Das Licht ist in der Welt. Es scheint in der Finsternis und leuchtet im Dunkel besonders für die, die Leid zu tragen haben, unter eigener Schuld zu zerbrechen drohen, mit der Einsamkeit nicht zurecht kommen und mit ihren Ängsten Panik vor dem Leben haben. Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen, der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr. Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her. (Gesangbuch Nr. 14,4)

So wünsche ich allen eine besinnliche Advents- und gesegnete Weihnachtszeit sowie ein segensreiches Jahr 2020 unter dem Leitstern Jesus Christus.
Herzliche Grüße
Ihr Pastor Markus Büttner