Geistliches Wort für August / September 2022


Markus BüttnerHabt Salz in euch und bewahrt Frieden untereinander!
Markus 9,50

Salz verwendet wohl jeder in der Küche, um Gerichte zu würzen. Hierbei kommt es auch auf die richtige Menge an, wie jeder Koch gewiss weiß. Wird zu viel gesalzen, wird eine Speise ungenießbar. Wer zu wenig Salz verwendet, wird eine fade Suppe essen müssen. Auf die richtige Dosis kommt es an. Ähnlich verhält es sich mit den so genannten Blutsalzen im menschlichen Körper. Wer zu wenige hat, kann schnell an Herzrhythmusstörungen erkranken. Das Herz gerät aus dem Takt. Es kann lebensgefährlich werden. Ein Herzinfarkt droht.

Habt Salz in euch, mahnt Jesus Christus seine Jünger. Hierbei geht es dem Herrn weniger um gesundheitsbewusste Ernährung als vielmehr um ein gesundes Miteinander innerhalb von Kirche und Gemeinde. Die Jünger sollen nicht aus dem Takt der Liebe zu Gott und dem Nächsten geraten. Denn wer die Liebe zu Gott und dem Nächsten aus dem Blick verliert, dessen Glaubens-Herz kommt aus dem Rhythmus. Die Folge wird sein, dass er Gott und dem Nächsten gegenüber schuldig wird. Die Beziehungen zu Gott und dem Nächsten sterben ab. Es kommt zum eigenen Glaubens-Infarkt. Das ist lebensgefährlich! Denn das ewige Leben steht auf dem Spiel.

Jesus Christus weiß um diese Gefahr – des totalen Glaubens-Infarkts, der Abwendung von ihm und dem Nächsten, der sich ausbreiten kann wie ein Virus. Darum warnt er eindringlich: Wehret dem Streit, dem Ärger, dem Frust in Gemeinde und Kirche! Hütet euch davor, andere zur Abkehr vom Glauben zu verleiten! Es gilt, dem Nächsten keinen Anlass zum Ärger zu geben. Einige Verse zuvor wird berichtet, wie sich die Jünger untereinander gestritten haben, wer der Größte unter ihnen sei. Das ist eine Frage, die kaum jemand öffentlich zur Diskussion stellt. Und doch handelt und verhält sich mancher so, als wenn es exakt um eben diese Frage ginge. Letztlich geht es um die Befriedigung des eigenen Egos und um Macht. Solches Verhalten zerstört aber Gemeinschaft und macht Beziehungen kaputt. Ein Christ, eine Gemeinde und eine Kirche werden dann fade und kraftlos. Manch einer wird sich enttäuscht abwenden und den Glauben an Christus an den Nagel hängen. Darum braucht es Salz, damit Kirche ein Genuss ist.

Salz dient ferner dazu, Essen zu konservieren und zu erhalten. Es bewahrt vor Fäulnis. Damit der Glaube nicht verfault, gilt es, bei dem zu bleiben, was uns der Herr in seinem heiligen Wort gelehrt hat. Die Kirche hat nicht alles das mitzumachen, was Mehrheitsmeinung in einer Gesellschaft ist, sondern einzig dem Wort des Herrn treu zu bleiben. Oder um mit Kornelius Becker zu singen: „Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.“ (ELKG2 632,3). Denn anders als gesellschaftliche Trends vergeht sein Wort nicht und bleibt ewiglich. Der Kompass durch diese Zeit ist einzig das Wort Gottes. Dieses Wort gibt uns Orientierung und Wegweisung. Denn es gilt, in der Nachfolge Jesu Christi zu bleiben.

Weiter hat Salz reinigende Kraft. Denn auch ein Christ wird immer wieder von Gottes Wort abweichen, seinen eigenen Weg suchen und versuchen, seinen Eigenwillen durch- und umzusetzen. Ein Leben jenseits der Gebote Gottes ist jedoch jenseits dessen, was Gott will. Das bezeichnet die Bibel als Sünde. Eine Kirche, die faule Beschlüsse abseits des Wortes Gottes fällt, ist fade und verfault. Der Glaubens-Infarkt ist die bittere Folge. Habt Salz in euch! Der Herr ruft dazu auf, rein zu werden. Dies geschieht für einen Christen in der heiligen Beichte, wo der dreieinige Gott die Sünde vergibt und die Beziehungen zu sich und dem Nächsten durch sein Vergebungswort heilt. Im Heiligen Altarsakrament teilt der Herr seinen Leib und sein Blut zur Vergebung der Sünden aus und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

Dieses Wort unseres Herrn ist Lebenswort. Ziel ist es, den Frieden untereinander zu behalten. Christus selbst ist der Friedefürst, der diesen seinen Frieden durch seinen Leib und sein Blut im heiligen Abendmahl austeilt. Dieser Friede wird auch zu Beginn der Abendmahlsfeier im Friedensgruß auf die Gemeinde gelegt. So wird der Friede empfangen und weitergetragen. Diesen Frieden, der höher ist als alle Vernunft, haben wir nötig. Er geht von Jesus Christus aus. Denn der Herr ist unser Friede. Dieser von Jesus Christus ausgehende Friede geht über auf diejenigen, die ihm nachfolgen. Sie wiederum verändern die Gemeinde und die Gesellschaft. Dieser Veränderungsprozess kann aber nur erfolgen, wenn wir Salz in uns haben. Dann kann auch Friede sein.

Habt Salz in euch und bewahrt Frieden untereinander,
wünscht sich und Ihnen mit herzlichem Gruß
Ihr Pastor Markus Büttner