Rückblick


Propst Gert Kelter: Die Abendmahlspraxis im Wandel der Zeiten.
Kirchweihfest unter besonderen Bedingungen

Am Sonntag, dem 13. Februar, konnten wir unser Kirchweihfest feiern. Wie in diesen herausfordernden Zeiten nötig, anders als wir es gewohnt gewesen sind, diesmal also ohne Mittagessen und viele Gespräche. Dennoch ist unser Propst Gert Kelter, Görlitz, unserer Einladung gefolgt. In den beiden Beicht- und Abendmahlsgottesdiensten hielt er die Predigt über Hiob 14,1-6. Direkt im Anschluss hielt er jeweils ein Impulsreferat zum Thema „Die Abendmahlspraxis im Wandel der Zeiten. Überlegungen zu Kriterien der Schrift- und Einsetzungsgemäßheit unterschiedlicher Kommunionpraktiken“. Besonders unsere Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche nahm er hierbei in den Blick.

Infolge von Corona seien innerhalb der SELK eine Vielfalt verschiedener Abendmahlspraktiken entstanden. Propst Kelter griff dabei auf noch nicht veröffentlichte Teilergebnisse einer Umfrage unter den Pfarrämtern zurück, die die Kirchenleitung und das Kollegium der Superintendenten der SELK initiiert hatten. Er zeigte nach der Vorstellung der verschiedenen Varianten, die sich mittlerweile in der SELK finden, dass auch in der Kirchengeschichte schon immer unterschiedliche Kommunionpraktiken geübt worden seien und manches, was jetzt als neu, fremd und vielleicht auch suspekt erscheine, so neu gar nicht sei. Man müsse jeweils genau hinsehen, ob Darreichungsformen des Altarsakramentes als Notform nur fremd und gewöhnungsbedürftig, aber tolerabel seien oder ob dabei wesentliche Bestandteile der evangeliums- und stiftungsgemäßen Abendmahlsfeier ausgeblendet würden, so dass solche Formen abgelehnt werden müssten. Abschließend stellte unser Propst fest, dass es in der Kirche immer schon unterschiedliche Formen der Darreichung und des Empfangs des Abendmahles (darunter auch die Intinktion) gegeben habe, die jedoch nicht notwendigerweise die Stiftungsgemäßheit der Sakramentsfeier berühren müssten. Propst Kelter betonte, dass bei allen neuen oder eben auch gar nicht so neuen Darreichungsformen des Abendmahles immer auch darauf zu achten sei, dass die Behandlung der Relicta, also der Überbleibsel an konsekriertem Brot und Wein, so zu erfolgen habe, dass kein Zweifel daran bleibe, dass es sich dabei um Leib und Blut Christi handele, damit nicht das Bekenntnis zur Realpräsenz im Nachhinein durch die Praxis wieder verleugnet werde. Die Relicta sollten daher sofort verzehrt und nicht etwa als Weinreste in Plastikeinwegbecherchen dem Ausguss oder Plastikmüll übergeben werden oder wie unkonsekrierte Elemente behandelt und in Weinflasche und Hostiendose zurückgegeben werden.

Die Verwendung des so genannten „Ziboriums beiderlei Gestalt", bei dem der Kommunikant die in Wein getauchte Hostie durch die Hand des Pfarrers mit dem Mund empfängt, sei - so Kelter - die beste aller Notlösungen, bleibe jedoch eine Notlösung. „Christus sagte nicht ,tinket', sondern ,trinket'", so unser Propst. „Änderungen der Abendmahlspraxis sind immer Operationen am offenen Herzen der Kirche", brachte Propst Kelter die Brisanz der Thematik auf den Punkt.



Neuer Vorkonfirmandenkurs – Elternabend am 5. März

Am 5. März trafen sich Eltern des neuen Vorkonfirmandenkurses mit Pfarrer Markus Büttner im Rahmen eines Elternabends. Nach einer Vorstellungsrunde stellte unser Pfarrer das von ihm entwickelte neue Kursmaterial vor und erläuterte die pädagogischen Grundlinien seines Unterrichts. Es gab ausreichend Gelegenheit für Rückfragen, das auch gut genutzt wurde.

Eine längere Diskussion gab es – wie zu Beginn eines jeden Kurses – um den Termin des kirchlichen Unterrichts. Nach Diskussion soll vorläufig der Unterricht an Sonnabenden, die Pfarrer Büttner zuvor den Eltern mitgeteilt hat, in der Zeit von 10.00 - 11.45 Uhr stattfinden. Wenn wir wieder einen gemeinsamen Gemeindegottesdienst feiern, soll überlegt werden, ob der Unterricht nach dem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen stattfinden kann. Anmeldungen bei Pfarrer Büttner sind weiterhin möglich und sehr herzlich willkommen.



Friedensgebet in St. Marien – Fürbitte um Frieden in der Ukraine

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine und dem damit verbundenen Kriegsgeschehen feierten wir in unserer Kirche am Sonnabend, dem 5. März, abends eine Friedensandacht. Musikalisch wurde die Andacht von drei jungen Erwachsenen aus unserer Potsdamer Schwestergemeinde, der Evangelisch-Lutherischen Christusgemeinde, gestaltet. Auch Gemeindeglieder unserer Mariengemeinde waren aktiv an der Gestaltung der Friedensandacht beteiligt.

Die relativ kurzfristig angesetzte Andacht war gut besucht. Unter dem auf den Altarstufen aufgestellten Taizékreuz konnten die Teilnehmer Kerzen entzünden als Zeichen der Bitte um Frieden.

Pfarrer Markus Büttner legte ein Wort aus Epheser 2 aus – Christus ist unser Friede. Die Andacht folgte dem Ablauf der Friedensgebete, ist aber von Pfarrer Büttner inhaltlich neu gefasst worden. Die Lieder waren unserem neuen Evangelisch-Lutherischen Kirchengesangbuch (ELKG2) entnommen. „Es war ergreifend“, so eine Teilnehmerin, „den Frieden Gottes zu empfangen und um den Frieden gemeinsam zu beten“. Eine andere Teilnehmerin hat um Wiederholung solcher Friedensgebete gebeten.