Geistliches Wort für Februar 2017 / März 2017


Buettner MarkusGott hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben.
Kolosser 2,14


Manche Banken haben sich in der Vergangenheit auf faule Geschäfte eingelassen, und nun besitzen sie Anlagen, die kaum noch etwas wert sind. Das bringt sie finanziell arg in Bedrängnis. Der Staat soll einspringen und die Schulden übernehmen. Denn gewisse Banken, so wird gesagt, sind systemrelevant. Keinesfalls dürfen sie insolvent und pleite gehen. Daher werden verschiedene Programme aufgelegt, um Banken zu retten,  indem sie entschuldet werden.

Auch der Mensch braucht ein Entschuldungsprogramm – und zwar ein umfassendes. Denn, so der Apostel Paulus, der Mensch steht durch die Sünde bei Gott tief rot in der Kreide. Unser Lebenskonto ist durch die  Schuld bei unserem himmlischen Vater im Minus. Aus unserer selbstverschuldeten Misere der Sünde kommen wir nicht heraus. Vielmehr klagen uns die Forderungen Gottes, die 10 Gebote, an und machen uns  deutlich, dass wir das Leben nicht nach dem Willen Gottes führen. Paulus spricht von einem Schuldschein, den wir bei Gott haben. Es sind die faulen Kredite der Überheblichkeit, Gott gleich sein zu wollen, und die  schlechten Anleihen, die wir durch die Sünde anhäufen. Wohin das führt, sagt uns Gottes Wort: In die Gottesferne. Wo Gott aus einer Gesellschaft verbannt wird, zieht die Ideologie ein. Wer ihn als Bezugsperson  nicht mehr gelten lässt, wird sich in seinen eigenen Gedankengebäuden und Lebensentwürfen verirren. Er wird orientierungslos. Ein Koordinatensystem fehlt, das im Leben und Sterben tatsächlich trägt. Wo in einer  Kirche nicht mehr von Schuld und Sünde gesprochen, diese angeprangert und vermahnt wird, werden Menschen in einer falschen Sicherheit gewiegt. Denn nur, weil Schuld nicht mehr beim Namen genannt und Sünde verschwiegen wird, ist sie  nicht einfach nicht mehr da. Schmerzlich nimmt der Mensch die Macht der Schuld und die Herrschaft der Sünde wahr, wenn die ihm bekannte Welt nicht mehr die ist, in der er meinte, sich zurechtzufinden, sich eingewöhnt zu haben, zu Hause  zu sein. Nicht allein die Umbrüche in der Welt, auch die Katastrophen mit Terror, Krieg und Gewalt, sondern auch manche eigene gebrochene Biographie sprechen davon.

Wohl kaum jemand lässt sich aber an sein eigenes Versagen Gott gegenüber erinnern. Und doch schreibt Paulus, dass Gott berechtigte Forderungen an uns hat und wir aufgrund seiner Forderungen in der Schuld bei ihm stehen. Diese  Forderungen Gottes gelten allen Menschen.

Weil Gott seine Menschen liebt, hat sich sein Sohn auf den Weg gemacht, damit der Schuldschein gestrichen und die berechtigten Forderungen getilgt werden. Jeder Mensch ist für Gott „systemrelevant“ und wert geachtet, geliebt zu werden,  damit er in seiner Gemeinschaft ewig lebt. Dem Herrn gilt es nun dieses Vertrauen entgegenzubringen und ihm zu glauben, dass er gekommen ist, Freiheit zu schenken. Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn  gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3,16). Dieser Weg des Gottessohnes führt ihn über die Krippe ans Kreuz. Er trägt als das Lamm Gottes die Sünden der Welt. Alle Schuld  und Sünde nimmt er auf sich und trägt sie mit ans Kreuz auf Golgatha. Der Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems, auf dem sich zwei Holzbalken kreuzen, wird zum Sühnezeichen für diejenigen, die weder bei Gott noch beim Nächsten in der  Kreide stehen wollen. Wer unter den gekreuzten Holzbalken des Herrn steht und sich an diesen Gekreuzigten hält, dessen Schuldschein wird gestrichen. Wer seine Sünden bereut, sie dem Herrn bekennt und glaubend die Vergebung des Dreieinigen  Gottes in der Beichte empfängt, der hat keine tief roten Zahlen auf seinem Lebenskonto. Denn das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller unserer Sünde (1. Johannes 1,7b). Dank des Leidens und Sterbens Jesu Christi sind wir der  Hypothek der Schuld und Sünde los und ledig. Denn Christus hat sie auf sich genommen mit dem Ziel der Freiheit, damit wir frei sind von der Schuld für ein Leben mit Gott und unserem Nächsten.

So wünsche ich uns eine besinnliche Vorfasten-  und gesegnete Passionszeit.

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Markus Büttner